Ortsteile von St. Georgen

Die fünf Ortsteile von St. Georgen haben einen ganz eigenen Reiz. Eher ländlich gelegen, bieten sie sowohl für Einheimische als auch für Urlauber einen hohen Erholungswert.

Brigach

Ortschaftsverwaltung: Rathaus, Ginsterweg 3
Ortsvorsteher: Georg Wentz
Telefon: 07724/7166
Einwohnerzahl: 893 (Stand: 31.12.2016)
eingemeindet seit: 1972

Geschichte von Brigach

Die erste amtliche Erwähnung Brigachs geht zurück auf das Jahr 1337, durch den leibeigenen Tausch der Klöster St. Georgen und Reichenau. Der Stadtteil Sommerau dagegen wurde bereits in einer Urkunde des Klosters aus dem Jahre 1282 ("unum foedum dicte kornelin, situm in sumbeowe") erwähnt. Die erste ortsbezogene Aufstellung der Güter fängt mit dem im Generallandesarchiv in Karlsruhe noch erhaltenen Güterbuch des Klosters aus der Zeit um 1400 an.

Um das Jahr 1400 zählte man in Brigach und Sommerau an die 27 Familien. Das Vogtrecht in Brigach und Sommerau gehörte dem Geschlecht der Falkensteiner, welches sie später an das Kloster St. Georgen abtraten. Der Name fontes Brichenae taucht schon im Gründungsbericht des Klosters 1083 auf. Es wechseln eine Reihe von Namen wie Brigana, Brigil, an der Brigen, in der Brigene, in der Brigi und die Briggen als Bezeichnung für die Quellen. Aus dem Fund eines kelto-römischen Reliefs in den Gemäuern des Hirzbauernhofes 1899 kann man die Schlüsse ziehen, daß schon die Kelten die Brigachquelle kannten und als Heiligtum verehrten. Die Geschichte Brigachs ist eng mit der Geschichte des Klosters verbunden. Das Gebiet gehörte zum näheren Bereich des Klosters.

Sehr bald wurden dort die ersten Höfe angelegt. Diese Höfe waren Erblehenshöfe des Klosters und wurden vom Vater auf Sohn oder Kinder lehensweise übertragen. Sie mußten je einen Teil der Ernte und der Hühner abgeben und Frondienste leisten, sowie Hellerzinsen an das Kloster abtreten. Während der Zeit von 1648 bis 1810 war Brigach württembergisch und gehörte als eigene Vogtei zum Kloster St. Georgen. Später wurde die Gemeinde zu Hornberg und wurde badisch. Im Jahre 1857 unterstand es dem Amt Triberg und ab 1864 dem Bezirksamt Villingen. 1839 wurde die heutige Bundesstraße über die Sommerau gebaut. Es handelte sich dabei um die Poststraße nach St. Georgen. Der Verlauf war damals etwas anders, über die heutige alte Poststraße im Grund, beim Storzen vorbei nach St. Georgen.

Brigach ist als die Wiege des Uhrmacherhandwerks im Raum anzusehen. Nach der Überlieferung wird der 1648 geborene Andreas Müller als der erste Uhrmacher im früheren Kirchspiel gezeichnet. Der Bau der Eisenbahn war für Brigach ein sehr großes Ereignis. Während der Bau- und Planungsphase hielten sich sehr viele Fremdarbeiter dort auf. Der Sommerauer Bahnhof war der höchstgelegene Bahnhof der Schwarzwaldbahn. In Brigach selbst befinden sich einige Handwerksbetriebe und Vereine. Der Stadtteil Brigach umfasst Brigach, Sommerau und den Brigacher Stockwald.

Quelle:
Wappenbuch des Landkreises Villingen
100 Jahre Stadterhebung St. Georgen im Schwarzwald, 1891 - 1991, Festschrift


Langenschiltach

Ortschaftsverwaltung: Rathaus, Im Tal 20
Ortsvorsteher: Wilhelm Müller
Sprechzeiten: Fr. 16.00 - 18.00 Uhr
Telefon: 07724 / 7553
Einwohnerzahl:  569 (Stand: 31.12.2016)
eingemeindet seit: 1973

Geschichte von Langenschiltach

Langenschiltach liegt im Quellgebiet der Schiltach an und auf der Wasserscheide Rhein- Donau in 760 bis 968m Meereshöhe. Eine erste Erwähnung besiedelter Teile Langenschiltachs erfolgte im Jahre 1086. Im Jahre 1303 taucht zum ersten Mal der Name "in der Schilta" auf. Die ersten bekannten Besitzer in Langenschiltach sind die Herren von Hornberg gewesen. Nach deren Tod ging dieser Teil an das Kloster St. Georgen. Der weitaus größere Teil gehörte den Grafen von Fürstenberg. Aufgrund von Vererbung gehörte 1368 fast ganz Langenschiltach der Familie Tunningen in Villingen.

Nach und nach gelangten alle Güter in den Besitz des Klosters. 1535 erfolgte die Reformation und Langenschiltach wurde evangelisch. Zeitweise war Langenschiltach unter württembergischer Herrschaft und wurde durch den Staatsvertrag 1810 badisch. Es gehörte zeitweise zum Oberamt Hornberg und nach dessen Auflösung zum Bezirksamt Triberg. Bereits 1760 gelangte Langenschiltach zu einer gewissen Wichtigkeit. Es wurde eine Poststation auf der Strecke Straßburg - Schaffhausen der Thurn-und - Taxisschen Post eingerichtet. Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke verlor diese alte Poststraße ihre Bedeutung. Schon früh suchte man neben der Landwirtschaft nach anderen Erwerbsmöglichkeiten. Neben Handel, Handwerk und Gewerbe wurden die Uhrmacherei und der Handel heimisch. Langenschiltach hatte seine eigene kleine Schule, die in der Poststube untergebracht war. Das ehemalige Schulhäusle wurde durch einen Brand zerstört. 1973 wurde Langenschiltach eingemeindet und die Stadtteile Rupertsberg und Vohenlohe an die Stadt abgetreten. Die Landwirtschaft spielt immer noch eine bedeutende Rolle, obwohl die Zahl der Vollerwerbsbetriebe rückläufig ist. Es gibt zahlreiche Nebenerwerbsbetriebe und zusätzlich versucht man sich durch das Angebot "Ferien auf dem Bauernhof" eine Einkommensquelle zu erschließen. Durch seine Gästezimmer und Ferienwohnung, trägt Langenschiltach dazu bei, St. Georgen zu einem beliebten Erholungsziel für viele Großstädter zu machen.

Quelle:
Wappenbuch des Landkreises Villingen
100 Jahre Stadterhebung St. Georgen im Schwarzwald, 1891 - 1991, Festschrift


Oberkirnach

Ortschaftsverwaltung: Rathaus, Unterkirnacher Str. 1
Ortsvorsteher: Franz Günter
Telefon: 07724 / 2072
Einwohnerzahl: 228 (Stand: 31.12.2016)
eingemeindet seit: 1974

Geschichte von Oberkirnach

Auf "Kürn", im Mittelhochdeutschen "Mühle" bezeichnet, geht der Name dieser abseits von Hauptverkehrsströmen gelegenen Streusiedlung im oberen Kirnachtal zurück, die seit dem 1. Februar 1974 zu der Stadt St. Georgen gehört. Oberkinachs Geschichte der Besiedlung schloß sich an die Gründung des Klosters St. Georgen im Jahr 1084 an. Aus Klosterverträgen ist das 12. Jahrhundert anzunehmen, auch wenn eine genaue Zeit zumachende Ersterwähnung für diesen Zeitraum nicht auszumachen ist.

Die Entwicklung Oberkirnachs ist eng mit der Entwicklung des Klosters verbunden. Seit dem 13. Jahrhundert unterstanden die Oberkirnacher der klösterlichen Herrschaft, der Besteuerung und Rechtsprechung des Abtes und Vogtes. Während des Bauernaufstandes 1525 haben die Oberkirnacher mit Hilfe ihrer Nachbarn aus Brigach und Sommerau größere Mitspracherechte bei der Besetzung der Gerichte, der Einsetzung des Klostervogtes und der Erhebung von Steuer erreicht, welche aber schon 1533 wieder rückgängig gemacht wurden. Zwischen der Reformation und dem Ende des Dreißigjährigen Krieges mußten die Menschen aus dem St. Georgener Kirchspiel drei Konfessionswechsel über sich ergehen lassen.

In den Jahren 1535/36 führte Herzog Ulrich von Württemberg die Reformation durch. 1630 wurde das Kloster dem katholischen Abt zurückgegeben, und 1648 kehrte St. Georgen nach dem Westfälischen Frieden zum protestantischen Württemberg zurück. In Oberkirnach befand sich eine Kapelle, die dem Heiligen St. Wendel geweiht war, und wurde somit zu einem beliebten Wallfahrtsort im 16. Jahrhundert. Erst mit dem Abbruch der Kapelle 1585 wurde mit dieser Tradition gebrochen. Nach Überlieferung hielten viele in Oberkirnach an dem Schutzheiligen der viehtreibenden Bauern fest. Oberkirnach hatte lange Zeit mit einer starken Schwankung der Einwohnerzahl zu kämpfen, was sich mittlerweile aber zum Positiven verändert hat. Die Bevölkerung in Oberkirnach fühlt sich eng mit ihrem Ort verbunden.

Quelle:
Wappenbuch des Landkreises Villingen
100 Jahre Stadterhebung St. Georgen im Schwarzwald, 1891 - 1991, Festschrift


Peterzell

Ortschaftsverwaltung: Rathaus, Ortsstr. 12
Ortsvorsteher: Klaus Lauble
Sprechzeiten: (nach Vereinbarung)
Telefon: 07725 / 918 890 (geschäftlich)
Einwohnerzahl: 1.471 (Stand: 31.12.2016)
eingemeindet seit: 1974 

Geschichte von Peterzell

Peterzell ist der größte Teilort St. Georgens. Die bisher erste bekannte Nennung des Ortes datiert aus 1339, doch ist anzunehmen, daß Peterzell schon vorher bestanden hat. 1369 verkaufte das Kloster Reichenau den Weiler Peterzell nebst dem Mühlbach und Hohenbrunnen sowie die Lehen am Ruprechtsberg (Rupertsberg) an das Kloster St. Georgen. Diese erwirbt 1381 die halbe Vogtei Peterzell von Egnolf von Wartenberg. Erst 1445 konnte die andere Hälfte der Vogtei vom Rottweiler Patrizier Bernhart Haugg gekauft werden.
Im Jahr 1525 verbrannten und zerstörten die Villinger auf ihren Raubzügen alle Höfe auf dem Rupertsberg, im Hohen Brunnen und Ursprung und danach das Dorf Peterzell ganz und gar und "lißen gar nutt uffrecht beliben, es mußt alls frebrennt sin" schreibt der Villinger Chronist. Nach dem Wiederaufbau sind im Güterbuch aus dem Jahre 1591 im Dorf Peterzell 6 Höfe und eine Wirtschaft, im Hochbrunn und Ursprung je ein Hof, im Mühlbach 2 und auf dem Rupertsberg 4 Höfe verzeichnet.

Im 30jährigen Krieg hatte auch Peterzell viel zu leiden. Schwere Abgaben und viele Plünderungen belasteten die Bevölkerung. Aber auch später dauerten diese Drangsale an, so vermerkt das Klosteramt 1799, daß der Stab Peterzell aufs härteste mitgenommen und einige Bürger sogar beinahe an den Bettelstab gebracht worden seien.
1723 gab es in Peterzell insgesamt 20 Häuser, davon 4 auf dem Rupertsberg, 2 auf dem Ursprung, 1 im Hochbrunn, 2 im Mühlbach, 4 im Lochbrunn und 7 im Dorf. Bei 8 von ihnen gab es eine Mahlmühle.

Durch den Staatsvertrag von 1810 wurde Peterzell, welches bisher zu Württemberg gehörte, an Baden abgetreten. 1840 wird in Peterzell das erste Schulhaus gebaut. Im Haus befand sich außer der Lehrerwohnung mit Ökonomieteil die Schulstube, das Gemeinderatszimmer und der Ortsarrest.

Der Bau der Schwarzwaldbahn 1873 und die Anbindung des Ortes brachte erhebliche Vorteile. 1890 zählte Peterzell 573 Einwohner. Die wachsende Industrie in St. Georgen und in Peterzell veränderte um die Jahrhundertwende das bisher von der Landwirtschaft geprägte Dorf. Die Einwohnerzahl wuchs ständig. Wie auch in St. Georgen war in Peterzell in den 60er und den darauf folgenden Jahren ein enormer Aufschwung zu verzeichnen. Zeichen für die Aufwärtsentwicklung waren der Bau eines neuen Schulhauses im Jahre 1964 und 1973 der Bau eines Feuerwehrgerätehauses. 1984 wurde die Mehrzweckhalle gebaut.
Im Tauschverfahren rundeten St. Georgen und Peterzell ihre Gemarkungen ab. Der Rupertsberg und die Seebauernhöhe kamen zu St. Georgen. Im Zuge der Gemeindereform wurde Peterzell 1974 ein Teilort St. Georgens.

Quelle:
Wappenbuch des Landkreises Villingen
100 Jahre Stadterhebung St. Georgen im Schwarzwald, 1891 - 1991, Festschrift


Stockburg

Ortschaftsverwaltung: An der Mühle 1
Ortsvorsteher: Ernst Laufer
Sprechzeiten: nach Vereinbarung
Telefon: 07725 / 7987
Einwohnerzahl: 82 (Stand: 31.12.2016)
eingemeindet seit: 1974

Geschichte von Stockburg

Stockburg liegt am östlichen Abhang des mittleren Schwarzwaldes, entlang der Brigach und des Röhlinbaches im Stockwaldtal. Durch die Höhenlage bedingt, ist das Klima rauh. Absolut frostfrei sind nur die Sommermonate. Die Gemarkung ist quellenreich. Höfe sind dort errichtet worden, wo eine genügend starke Quelle vorhanden war, meistens in den kleinen Seitentälern. Ein Brand- und Mühlweiher gehörte zu jedem Hof. Das rauhe Klima erlaubt nur den Anbau wetterharter Pfanzensorten. Die bäuerlichen Betriebe haben sich deshalb hauptsächlich auf Viehzucht und Milchwirtschaft eingestellt.

Als im süddeutschen Raum um 600 v. Chr. keltische Herrensitze und Fürstengräber entstanden, darunter der wenige Kilometer südlich vom Stockburg liegende Kirnacher Kapf mit dem dazugehörenden Grabhügel Magdalenenberg, kann man auch im Raum Stockburg eine Besiedlung vermuten. Zum ersten Mal wird Stockburg im Jahr 1086 in der Gründungsurkunde des Klosters St. Georgen urkundlich erwähnt. ". . und obendrein fügten Vater und Sohn (Hezelo und Hermann) der früheren Schenkung noch ein halbes Landgut hinzu . . . und alles, was sie in Stockburg besaßen." Aus dem Text geht hervor, daß in Stockburg schon vor der Klostergründung eine Siedlung bestand.

Bis ins 16. Jahrhundert wurde die weitere Geschichte Stockburgs in erster Linie durch die Lehensabhängigkeit vom Kloster St. Georgen, aber auch durch seine kirchliche und politische Zugehörigkeit zu Mönchweiler bestimmt. Erwähnt werden muß in dieser Zeit das Ministerialen Geschlecht der Stähelin, das schon im 13. Jahrhundert in Villingen hohe städtische Ämter bekleidete und sich ab etwa 1486 "Stähelin von Stockburg" nannte. Ihren Besitz in Stockburg vermachten sie 1339 dem Kloster St. Georgen.

1534 wurde Stockburg mit dem gesamten Klostergebiet unter die Herrschaft der württembergischen Herzöge gestellt, bis es 1810 durch den Staatsvertrag zu Baden kam. In der Folgezeit wurde die Gemeindeselbstverwaltung in Baden eingeführt und Stockburg erhielt den Status einer selbständigen Gemeinde. Durch die Gemeindereform kam Stockburg zum 1. April 1974 zur Stadt St. Georgen und ist heute einer der fünf Stadtteile St. Georgens.

Quelle:
St. Georgen-Stockburg
Roland Zimmermann, ehemaliger Ortsvorsteher