Voting zur Belagsauswahl des Marktplatzes

Die Stadt St. Georgen im Schwarzwald wird ab dem kommenden Frühjahr mit der dringenden Sanierung der Tiefgarage beginnen und dabei auch den Marktplatz neu gestalten. Der Platz wird begrenzt durch die umgebenden Gebäude und das auf dem Platz stehende Gebäude am Markt 3. Seine Fortsetzung findet der Platz in einem späteren Bauabschnitt um das Rathaus. Im Rahmen der Überplanung stellt die Neugestaltung der Oberfläche einen wesentlichen Baustein dar, um den zukünftigen Ansprüchen an die Barrierefreiheit sowie einer attraktiven Gestaltung, die Bezug zur umliegenden Bebauung nimmt, gerecht zu werden.
Die Wahl des Belages ist eine zentrale Fragestellung für die zukünftige Gestalt und Wahrnehmung des Marktplatzes, da die Oberfläche das Plangebiet über Jahrzehnte prägen wird. Daher gilt es bei der Entscheidung der Belagsauswahl genau abzuwägen.

Als Belagsfarbe kommen graue, ockerfarbene oder rötliche Beläge in Frage. Die umliegenden Straßen sind mit hochwertigem grauen Betonpflaster gestaltet. Diese Stadträume umgeben die Stadtmitte. Der Marktplatz und der Rathausplatz sollen die gute Stube St. Georgens werden, ein Ort, an den man gerne kommt und an dem man sich gerne aufhält. Der Platz mit seinen Belägen darf deshalb auch eine besondere Wirkung erzeugen. Daher sind die Beläge für diese Bereiche auch in ockerfarbenen und rötlichen Farbtönen gehalten. Die rötlichen Farbtönungen sind mit heimischen geologischen Formationen verwandt, die ockerfarbenen Töne nehmen eher Bezug auf direkt umgebende Fassadengestaltungen.

Bis auf die Ortbetonbeläge werden alle Beläge in Naturstein vorgeschlagen. Die ockerfarbenen oder gelblichen Farbtöne werden bei den Natursteinen einen deutlichen grauen Einschlag haben, da die gelbe Färbung durch Eisenoxid verursacht ist. Diese schwächen die Dichte und Festigkeit des Belagsmaterials.

Im Gemeinderat haben wir in der öffentlichen Sitzung am 08.12.2021 beschlossen, dass ein Stimmungsbild der Bevölkerung zur Auswahl des Belages eingeholt werden sollte. Während die verschiedenen Belagsarten, die auf dem Testfeld das vergangene Jahr zu sehen waren, überwiegend dazu dienten, die Stabilität und Haltbarkeit des Aufbaus zu testen, kann nun zwischen sieben Möglichkeiten zur Oberflächengestaltung entschieden werden.

Das Testfeld war deshalb dringend notwendig, da aufgrund der vorherrschenden Statik der Tiefgarage ein normgerechter Aufbau nicht möglich ist. In den 70er Jahren wurde auf eine Abdichtung weitestgehend verzichtet. Eine Abdichtung ist aber für die Haltbarkeit der darunterliegenden Garagen dringendst notwendig. Jedoch zwingt das zusätzliche Gewicht dazu, andere Untergrundmaterialien wie beispielsweise Glasschaumschotter zu verwenden. Dieser speziell für St. Georgen zugeschnittene Aufbau sollte nicht nur in der Theorie, sondern ebenfalls in der Praxis funktionieren. Daher war ein Test unter realen Bedingungen zwingend notwendig. Die im Testfeld verlegten Beläge sind nicht die Beläge, die später verlegt werden sollen, sondern nur eine allererste Material- und Farbauswahl.

Die Abstimmung über das Pflastermaterial erfolgt primär über ein Online-Voting durch die Stadtapp Crossiety.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, seine Stimme im Einwohnermeldeamt der Stadt St. Georgen abzugeben. Das Einwohnermeldeamt, Hauptstraße 9, hat zu folgenden Uhrzeiten geöffnet:

Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr sowie
Donnerstag von  8.30 bis 12.30 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr

Die Abstimmung erfolgt im Zeitraum vom 13. Dezember 2021 bis zum 7. Januar 2022. Wir begrüßen eine Teilnahme ab dem 14. Lebensjahr. Jede Person hat eine Stimme.

Die Ergebnisse des Online-Votings für die Belagsauswahl werden dem Gemeinderat in der Sitzung am 26. Januar 2022 zum Beschluss vorgelegt. Die endgültige Entscheidung über die Wahl des Belages obliegt dem Gemeinderat.

Weitere Informationen zum Gesamtaufbau:

Aufgrund der erhöhten Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Abdichtung ist eine kombinierte Abdichtungs- und Schutzlage bzw. eine reine Schutzlage aus Gussasphalt über der Abdichtung geplant. Dies auch vor dem Hintergrund, dass nach Abschluss der Abdichtungsarbeiten die Belagsarbeiten folgen und bereits im Bauzustand Beschädigungen durch das Folgegewerk nicht mit der notwendigen Sicherheit ausgeschlossen werden können, wenn auf eine Schutzlage aus Gussasphalt verzichtet wird. Auch aus Gründen einer scharfen Abgrenzung der Gewährleistung der beiden Gewerke „Abdichtung“ und „Belagsarbeiten“ ist eine Gussasphaltschicht erforderlich. Ein zusätzlicher Gefälleestrich zusammen mit einer Abdichtungs- bzw. Schutzlage oberhalb der Abdichtung aus Gussasphalt schließen sich jedoch aus Gewichtsgründen gegenseitig aus. Die Lastreserven der Tiefgaragendecke ist hierfür nicht ausreichend. Die sieben Visualisierungen sind aus diesem Grunde in der gebundenen Bauweise (Oberflächenbelag in Mörtel verlegt) dargestellt, da eine ungebundene Bauweise (Oberflächenbelag in Splittgemische verlegt) bei der vorgesehen Abdichtung nicht möglich ist.

Die schwächste Stelle der gebundenen Bauweise sind die Fugen zwischen den Pflastersteinen sowie die ca. alle 6m erforderlichen Dehnfugen des Ortbetonbelages. Der Anteil an Fugen ist bei Ortbetonbelägen am geringsten und bei kleinformatigem Pflaster am größten. Der Aufwand zur Pflege bzw. Wartung des Belages und das Eindringen von Niederschlagswasser ist somit bei kleinformatigem Pflaster größer. Aus fachlicher Sicht sollte der Belag, wenn schon gebunden gebaut in der Höhenlage von St. Georgen so wenig Fugen als möglich aufweisen. Dies dient der Langlebigkeit und der Schadenfreiheit des Oberflächenbelages.

Variante 1 – ockerfarbener Ortbetonbelag gerahmt von Natursteinpflasterbelag entlang der Platzränder

Großzügig ebenflächiger und rutschfester und mit schweren Fahrzeugen befahrbarer Ortbetonbelag in der Platzmitte. Gut begehbares Pflaster entlang der Platzränder. Die Färbung der ockerfarbenen Ortbetonflächen wird mit deutlichen Farbunterschieden gebaut, da eine einheitliche Farbgebung nicht möglich ist aufgrund der begrenzten Einstellmöglichkeiten im Mischwerk.

Variante 2 – gräulicher Natursteinbelag mit rötlichem Farbeinschlag über den gesamten Marktplatz

Der gräuliche Belag mit rötlichem Einschlag wird mit unterschiedlichen Formaten einheitlich zwischen den Platzfassaden verlegt. Der rötliche Einschlag ist verwandt mit dem roten Granit der Umgebung von St. Georgen.

Variante 3 – gräulicher Natursteinbelag mit ockerfarbenem Farbeinschlag über den gesamten Marktplatz

Der Platzbelag wird einheitlich und ruhig zwischen die Gebäudefassaden gelegt.

Variante 4 – gräulicher Natursteinbelag mit ockerfarbenem Farbeinschlag mit Pflasterformaten in der Platzmitte und Pflasterplatten entlang der Gebäude des Marktplatzes

Das Pflaster wird abhängig von der Belastung im Platzauge mit Pflasterformaten (kleinere Formate) belegt und außen entlang der Gebäude mit Pflasterplatten. (größere Formate). Der ockerfarbene Belag orientiert sich eher an der umgebenden Bebauung.

Variante 4a – gräulicher Natursteinbelag mit rötlichem Farbeinschlag mit Pflasterformaten in der Platzmitte und Pflasterplatten entlang der Gebäude des Marktplatzes

Das Pflaster wird abhängig von der Belastung im Platzauge mit Pflasterformaten (kleinere Formate) belegt und außen entlang der Gebäude mit etwas größeren Formaten aus Pflasterplatten (kleinere Formate): Der rötliche Einschlag ist verwandt mit dem roten Granit der Umgebung von St. Georgen.

Variante 5 – rötlicher Ortbetonbelag in der Mitte und Natursteinpflaster entlang der Ränder der Gebäude des Marktplatzes

Die Färbung der Ortbetonflächen wird wie bei der Variante 1 mit deutlichen Farbunterschieden gebaut werden, da eine einheitliche Farbgebung nicht möglich ist aufgrund der begrenzten Einstellmöglichkeiten im Mischwerk. Der Belag entspricht ansonsten der Belagsgestaltung aus V1.

Variante 6 – rötlicher Ortbetonbelag in der Mitte und Natursteinpflasterplatten entlang der Ränder der Gebäude des Marktplatzes

Die Färbung der Ortbetonflächen wird wie bei der Variante 1 mit deutlichen Farbunterschieden gebaut werden, da eine einheitliche Farbgebung nicht möglich ist aufgrund der begrenzten Einstellmöglichkeiten im Mischwerk. Die Pflasterplatten entlang der Gebäudefassaden wirken im Zusammenspiel mit den großen Flächen in der Mitte des Marktplatzes harmonischer. Für die Ortbetonplatten gilt das Gleiche wie in der V5 erläutert. Die Pflasterplatten entlang der Gebäudefassaden vermitteln besser zu den großen Platten in der Mitte des Marktplatzes.