Aktuelles zum Klosterweiher

Im Auftrag der Stadt St. Georgen nahm die Fa. HPC aus Freiburg am Klosterweiher umfangreiche Schlammuntersuchungen vor. Nachdem der Versuch mit der Schlammabsaugung im sog. Vorbecken im letzten Winter und Frühjahr erfolgreich verlaufen ist und dadurch ersichtlich wurde, dass mit dieser Art der Entschlammung auch der Weiher ohne Brigachverlegung und ohne ihn abzulassen von seiner Last befreit werden kann, waren zunächst weitergehende Untersuchungen des Sediments dringend erforderlich.

Die Ergebnisse hinsichtlich Schlammmenge, Konsistenz und Belastung sind zudem für eine möglichst genaue Kostenermittlung, für die Ausschreibung der Maßnahme, für die Auftragsvergabe und für die Entsorgung dringend notwendig.
Die Untersuchungen wurden an insgesamt 15 Messstellen (davon vier Messungen im oberen Schlammbereich von 15 cm) im Weiher durchgeführt und dem Gemeinderat in öffentlicher Sitzung am 22.06. vorgestellt.

Das Erfreuliche vorweg:
Hochgiftige Substanzen konnten bei keiner Probe nachgewiesen werden. Erhöhte Konzentrationen des Schlammes mit Arsen (natürliches Vorkommen in Teilen des Schwarzwaldes) und PAK wurden nachgewiesen und machen die Entsorgung des Schlammes komplizierter und teurer. PAK traten insbesondere in den Bereichen der B33 und des Sommeraubaches auf.
Auch der hohe Anteil mit organischen Stoffen (bspw. verfaulte Laub-/Pflanzenreste) macht die Entsorgung sehr schwierig, da dieses lockere Material nicht in Deponien eingebracht werden kann.
Zum besseren Verständnis: Um die knapp über 300 Tonnen Schlamm aus dem Vorbecken dem Entsorgungsweg zuführen zu dürfen, dauerte es knapp vier Monate, bis die Genehmigung für die Deponierung vorlag.

Nun aber geht es darum, dass wir von bis zu 15000 Tonnen Material ausgehen. Die exakte Menge kann allerdings erst genannt werden, wenn der ausgesaugte Schlamm bestmöglich entwässert wurde. Es kann auch sein, dass die geschätzte Menge in Höhe von 15.000 Tonnen unterschritten wird. Der Schlamm im Weiher ist in seiner Konsistenz wahrscheinlich nicht mit dem Schlamm des Vorbeckens vergleichbar, da er in der Tiefe fester und dichter ist und wesentlich länger im Weiher liegt, als im vergleichsweise jungen Absetzbecken. Die Schlammtiefe im Weiher beträgt je nach Tiefen-Messpunkt (KW 1 bis KW11) zwischen 90 cm und 230 cm. Ausgenommen ist der Nichtschwimmerbereich, der jedes Frühjahr gereinigt wird.

Alles in allem gehen wir von ca. 35.000 Kubikmetern Schlamm im Weiher aus, der abgesaugt werden muss. Diese Menge kann, wie oben beschrieben, bis zu ca. 15.000 Tonnen zu entsorgendem Schlamm verursachen. Wir hoffen, dass diese Summe deutlich geringer ist.

Weiteres Vorgehen (vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderates und einer gesicherten Finanzierung im Haushalt 22/23):
 
Oberste Priorität bei der Maßnahme hat die durchgängige Entschlammung des Weihers mit möglichst wenigen Unterbrechungen sowie die vorschriftsmäßige Weiterverwertung/Entsorgung des Schlammes.
Sofern die Umsetzung und Finanzierung der Maßnahme noch vor der Sommerpause im Gemeinderat entschieden wird, ist der Maßnahmenbeginn nach Möglichkeit noch in diesem Jahr vorgesehen.

Momentan arbeiten wir daran, dass wir den Schlamm auf städtischer Fläche zwischenlagern und somit die Gewähr dafür haben, dass wir den Schlamm nicht abschnittsweise sondern auf einmal dem Weiher entnehmen können. Das geht nicht, wenn wir den Schlamm immer nur in geringen Mengen entsorgt bekommen, weil Deponien solche Mengen nicht annehmen können oder wollen. Die Zwischenlagerung hätte also den großen Vorteil, dass wir den Schlamm komplett entnehmen können, lagern und dann schrittweise entsorgen oder wiederverwerten, je nach Grad der Belastung. Der Schlamm ist teilweise auch guter Humus. Ein weiterer Vorteil wäre, dass der Schlamm dann trocknet und weiter an Gewicht verliert, was zu einer Kostenreduzierung führen kann.
 
Sollte nun in den Nachtragshaushalts-Beratungen die Maßnahme Berücksichtigung finden, werden wir die weiteren Schritte schnellstmöglich einleiten.

Spendenaktion:
Wie zwischenzeitlich bekannt sein dürfte, ist geplant, eine Spendenaktion für unseren Klosterweiher ins Leben zu rufen. Die Vorbereitungen dafür sind nahezu abgeschlossen. Wir könnten loslegen.
Wir beginnen aber erst dann damit, wenn klar ist, dass die Maßnahme startet. Es laufen gerade noch abschließende Behördengespräche.
Ziel sollte sein, dass möglichst viele Menschen die hier wohnen, wirken, arbeiten, Gäste des Weihers sind, oder hier auch wirtschaftlich tätig sind, an der Aktion teilnehmen.
50 € pro Quadratmeter Patenschaft sind viel Geld und wir wissen, dass viele Menschen aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten auf jeden Cent achten müssen.
Wir können mit dieser einmaligen Aktion -sollte sie kommen- ein deutliches Zeichen setzen, wie eine Bürgerschaft ähnlich wie bei der Minigolfanlage mithilft, eine ihrer liebsten Freizeitanlagen freiwillig zu retten. Möglicherweise ergibt sich dann auch noch die Möglichkeit, abschließend bei den Außenanlagen hier und da noch Hand anzulegen. Wir werden sehen.
 
Jeder „verkaufte“ Quadratmeter von den insgesamt 25.000 hilft uns vor Ort. 24995 Quadratmeter werden dann erhältlich sein in einer Stadt mit gerade mal 13200 Einwohnern. Schaffen wir das?
Für fünf Quadratmeter ist bereits von einer älteren Dame, der St. Georgen und unser Weiher am Herzen liegt, eine Spende eingegangen, obwohl die Aktion noch nicht gestartet ist. Das hat uns sehr gefreut.
 
Wir werden den offiziellen Starttermin der Spendenaktion aber noch rechtzeitig bekannt geben.

Nun gilt es Daumen zu drücken, dass in den Vorbereitungen nichts mehr schiefläuft und wir recht bald anfangen können, damit sich in unserem schönen Klosterweiher wieder mehr Wasser als Schlamm befindet und das Baden und Schwimmen wieder richtig viel Freude bereitet.
 
Viele Grüße
Michael Rieger

Klosterweihersanierung 1966:

Hier erhalten Sie einen Eindruck zur Sanierung des Naturfreibades Klosterweiher im Jahr 1966. Die Bilder zeigen Eindrücke zum Bau des Nichtschwimmerbereiches, der verschiedenen Stützmauern, des Umkleidegebäudes sowie
den Kioskbereich.