Internationale Phono- und Radiobörse

Nächster Termin: Samstag, 6. Juni 2026
von 9.00 bis 14.00 Uhr in der Stadthalle St. Georgen

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© Stadtverwaltung St. Georgen, Alle Rechte vorbehalten

Die Internationale Phono- und Radiobörse in St. Georgen im Schwarzwald ist weit mehr als eine Verkaufsveranstaltung – sie ist ein lebendiger Treffpunkt für Sammler, Liebhaber und alle, die sich für Phono, Radio und historische Technik begeistern. In der Stadthalle St. Georgen und im Phonomuseum wird die Phonoindustrie greifbar: Hier verschmelzen Nostalgie, Vintage-Charme und moderner Sound zu einem einzigartigen Erlebnis.

Bei der Phonobörse erwartet Besucher eine faszinierende Vielfalt an Sammlerstücken, besonderen Funden und echten Schnäppchen. Von Plattenspielern über seltene Schallplatten und Vinyl, Radio bis hin zu hochwertigen HiFi-Geräten, Verstärkern und Lautsprechern: Die Auswahl lässt das Herz jedes Musikliebhabers höherschlagen.

Zahlreiche Anbieter und Aussteller präsentieren Einzelstücke, Zubehör und Ersatzteile – von Kondensatoren, Transistoren und Röhren bis hin zu Tonabnehmern, Tonarmen, Nadeln und mehr. Auch einzelne Komponenten wie Plattenteller, Chassis, Zargen, Gehäuse, Motoren für Direktantrieb oder Riemenantrieb sind Teil des vielfältigen Angebots. Marken wie DUAL, PE (Perpetuum Ebner), Thorens, Technics, Sony, Toshiba, Saba, Philips, Telefunken, Yamaha, Kenwood, Lenco oder Elac stehen für Qualität und Geschichte der Phonotechnik und Radiotechnik – viele sind bei der Phono- und Radiobörse zu finden.

Die Börse ist zudem eine Plattform für Austausch, praktische Hilfe und fundiertes Know-how: Die Experten stehen vor Ort auch bereit, um bezüglich Reparaturen oder bei der Suche nach passenden Einzelteilen zu unterstützen. Egal ob Grammophon, Schallplattenspieler, Radio oder moderne Anlage – hier trifft sich die Szene, um ihr Wissen und ihre Leidenschaft zu teilen.

So entsteht ein lebendiger Austausch und die ideale Gelegenheit, fündig zu werden. Die Internationale Phono- und Radiobörse in St. Georgen ist der Treffpunkt für alle, die Musik nicht nur hören, sondern erleben wollen.

Es beginnt mit einem Ritual: Eine Schallplatte aussuchen, vorsichtig aus der Hülle nehmen und auflegen, die Nadel behutsam absenken. Ein leises Knistern – dann füllt Musik den Raum. Nicht sofort und beiläufig, sondern bewusst.

Ein alter Schallplattenspieler und eine Vinylplatte machen das Musikhören zum Erlebnis: Der warme, analoge Klang wirkt lebendig; kleine Unregelmäßigkeiten gehören dazu und geben jeder Aufnahme einen eigenen Charakter.

Doch es ist mehr als nur der Klang. Es ist das bewusste Innehalten, das Entschleunigen. Kein hektisches Überspringen, kein endloses Scrollen – stattdessen das Eintauchen in ein ganzes Album. Die Musik bekommt wieder Zeit und Aufmerksamkeit.

Musik vom Plattenspieler zu hören ist ein kleiner Moment in einer schnelllebigen Welt. Er verbindet Nostalgie mit echtem Genuss. Genau deshalb klingt Musik damit nicht nur gut – sie fühlt sich auch echt an.

Ein sanftes Drehen am Frequenzrad, das typische Rauschen, dann Musik. Die Spannung, nicht genau zu wissen, welcher Song als nächstes kommt und Neues zu entdecken, macht das Hören zu einem Erlebnis. Der Klang hat Ecken und Kanten, kleine Unvollkommenheiten, die ihn überraschend lebendig machen

Und irgendwo zwischen den Liedern ist diese vertraute Stimme des Moderators, die nicht nur ankündigt, sondern begleitet: Sie erzählt, informiert, unterhält. Fast wie ein alter Bekannter, der durch den Tag führt und zwischen den Liedern kleine Momente schafft.

Ein altes Radio hat etwas Unaufgeregtes. Ohne Display, Playlists oder permanente Auswahlmöglichkeiten. Und ganz nebenbei ein echter Hingucker mit einer besonders schönen Optik – ein Highlight in jedem Raum.

Genau diese Mischung aus Nostalgie und Charakter schafft eine unverwechselbare Atmosphäre – voller kleiner Augenblicke, die lange nachklingen.

Aus der Kleinstadt in die Welt

Musik von einer Schallplatte klingt einzigartig. Das wissen viele heute noch – oder wieder – zu schätzen. Auch viele große und aktuelle Künstler:innen haben dies für sich entdeckt und veröffentlichen ihre Alben auch auf Vinyl.

Dass sich die Musikindustrie überhaupt in einem solchen Maß entwickeln konnte – mit weltbekannten Stars und Musik, die überall gehört werden kann – entstand erst durch die Möglichkeit, Ton aufzuzeichnen und abzuspielen. Mit den ersten Geräten der Phonoindustrie und bald auch der Radioindustrie waren die Werke von Komponist:innen und Musiker:innen mehr und mehr der ganzen Bevölkerung zugänglich.

Daran hat auch eine kleine Stadt ihren Anteil: St. Georgen im Schwarzwald gilt als die Heimat der Phonoindustrie. Bereits vor dem Jahr 1900 entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Zentrum der Uhrenfertigung. Die hier gewachsene Expertise in Feinmechanik, Präzision und Serienfertigung legte den Grundstein für eine neue industrielle Ära: Die Entwicklung und Produktion von Geräten zur Tonwiedergabe.

Plattenspieler von Weltmarken wie Dual oder PE wurden weit über die Region hinaus bekannt und prägten die internationale Audiobranche maßgeblich. In den 1970ern beschäftigte DUAL in 11 Werken über 3.500 Mitarbeiter:innen, ein Großteil davon in der Gründungsstadt St. Georgen. Zu diesen Zeiten wurden täglich etwa 4.000 DUAL-Plattenspieler und -Plattenwechsler gefertigt.

Schallplattenspieler aus St. Georgen standen in Wohnzimmern auf der ganzen Welt; sie waren ein zentraler Bestandteil des täglichen Lebens und das Herzstück der Unterhaltung zuhause. Musikhören war oft ein gemeinschaftliches Erlebnis mit Freunden oder der Familie. Eine gut sortierte Schallplattensammlung und eine hochwertige Anlage waren Statussymbole. Erst mit der Entwicklung von Kassetten und CDs nahm der Bedarf an Phonogeräten langsam ab.

Wie groß die Faszination für dieses Thema bis heute ist, zeigt sich in St. Georgen besonders Anfang Juni, wenn die jährliche, internationale Phono- und Radiobörse stattfindet: Hier kommt eine Vielzahl von Menschen zusammen, die eine Leidenschaft für Phonotechnik und Musik verbindet. Experten und Tüftler, die verschiedenste Geräte bis ins kleinste Detail kennen, ebenso wie Musikliebhaber, die auf der Suche nach besonderen Stücken, Schnäppchen oder Ersatzteilen sind, um ihre Plattenspieler wieder zum Leben zu erwecken und ihre Vinylplatten erneut genießen zu können. Ob mit oder ohne technisches Know-how: Jede:r ist willkommen!

Wer mehr über die Geschichte der mechanischen Tonaufzeichnung und -wiedergabe erfahren möchte, ist im Deutschen Phonomuseum in St. Georgen richtig. Es zeigt nahezu lückenlos die Entwicklung seit der Erfindung des Phonographen bis heute. Ganz anschaulich kann man Grammophone, Musikboxen oder die ersten HiFi-Stereoanlagen erleben; dazu gibt es einige Kuriositäten zu entdecken. Viele Exponate sind noch funktionsfähig und werden bei Führungen vorgeführt.

Öffnungszeiten und weitere Informationen: www.deutsches-phonomuseum.de. 

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Die neue Fassade des Deutschen Phonomuseums in St. Georgen. Die Phono- und Radiobörse findet in der Stadthalle St. Georgen (Im Hochwald) statt.