Lage

Historie

Peterzell ist der größte Teilort St. Georgens. Die bisher erste bekannte Nennung des Ortes datiert aus 1339, doch ist anzunehmen, daß Peterzell schon vorher bestanden hat. 1369 verkaufte das Kloster Reichenau den Weiler Peterzell nebst dem Mühlbach und Hohenbrunnen sowie die Lehen am Ruprechtsberg (Rupertsberg) an das Kloster St. Georgen. Diese erwirbt 1381 die halbe Vogtei Peterzell von Egnolf von Wartenberg. Erst 1445 konnte die andere Hälfte der Vogtei vom Rottweiler Patrizier Bernhart Haugg gekauft werden. Im Jahr 1525 verbrannten und zerstörten die Villinger auf ihren Raubzügen alle Höfe auf dem Rupertsberg, im Hohen Brunnen und Ursprung und danach das Dorf Peterzell ganz und gar und "lißen gar nutt uffrecht beliben, es mußt alls frebrennt sin" schreibt der Villinger Chronist. Nach dem Wiederaufbau sind im Güterbuch aus dem Jahre 1591 im Dorf Peterzell sechs Höfe und eine Wirtschaft, im Hochbrunn und Ursprung je ein Hof, im Mühlbach zwei und auf dem Rupertsberg vier Höfe verzeichnet.

Im 30jährigen Krieg hatte auch Peterzell viel zu leiden. Schwere Abgaben und viele Plünderungen belasteten die Bevölkerung. Aber auch später dauerten diese Drangsale an, so vermerkt das Klosteramt 1799, daß der Stab Peterzell aufs härteste mitgenommen und einige Bürger sogar beinahe an den Bettelstab gebracht worden seien. 1723 gab es in Peterzell insgesamt 20 Häuser, davon vier auf dem Rupertsberg, zwei auf dem Ursprung, einer im Hochbrunn, zwei im Mühlbach, vier im Lochbrunn und sieben im Dorf. Bei acht von ihnen gab es eine Mahlmühle.

Durch den Staatsvertrag von 1810 wurde Peterzell, welches bisher zu Württemberg gehörte, an Baden abgetreten. 1840 wird in Peterzell das erste Schulhaus gebaut. Im Haus befand sich außer der Lehrerwohnung mit Ökonomieteil die Schulstube, das Gemeinderatszimmer und der Ortsarrest.

Der Bau der Schwarzwaldbahn 1873 und die Anbindung des Ortes brachte erhebliche Vorteile. 1890 zählte Peterzell 573 Einwohner. Die wachsende Industrie in St. Georgen und in Peterzell veränderte um die Jahrhundertwende das bisher von der Landwirtschaft geprägte Dorf. Die Einwohnerzahl wuchs ständig. Wie auch in St. Georgen war in Peterzell in den 60er und den darauf folgenden Jahren ein enormer Aufschwung zu verzeichnen. Zeichen für die Aufwärtsentwicklung waren der Bau eines neuen Schulhauses im Jahre 1964 und 1973 der Bau eines Feuerwehrgerätehauses. 1984 wurde die Mehrzweckhalle gebaut. Im Tauschverfahren rundeten St. Georgen und Peterzell ihre Gemarkungen ab. Der Rupertsberg und die Seebauernhöhe kamen zu St. Georgen. Im Zuge der Gemeindereform wurde Peterzell 1974 ein Teilort St. Georgens.

Quelle:
Wappenbuch des Landkreises Villingen
100 Jahre Stadterhebung St. Georgen im Schwarzwald, 1891 - 1991, Festschrift